"Pander DB" M 1:2,7, SPW 3m

Wieso weshalb warum, Technik und Elektronik Specials.

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GünterS
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"Pander DB" M 1:2,7, SPW 3m

Beitrag von GünterS »

Flieger rechts hinten beschnitten I.jpg
Modell
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Pilot + Gurt von oben.jpg
Pilot mit Gurt
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Original Foto vom Pander DB "H-NADL"
Original Foto vom Pander DB "H-NADL"
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Pilot über Schulter links.jpg
Pilot mit Armaturenbrett
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Pilot von Vorne.jpg
Pilot von vorne
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Pilot + Gurt von oben.jpg
Pilot mit Gurt
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Blick unter Die Bugklappe mit dem Vergaser und dem Versorgungspanel
Blick unter Die Bugklappe mit dem Vergaser und dem Versorgungspanel
Blick in den hinteren Rumpf.jpg
Blich in den hinteren Rumpf mit den Seilansteuerungen
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Armaturenbrett.jpg
Armaturenbrett mit funktionierendem Choke
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Original Foto vom Pander DB "H-NADL"
Original Foto vom Pander DB "H-NADL"
Pander DB Original.jpg (41.6 KiB) 5285 mal betrachtet
Hallo und guten Abend liebe Modellbaugemeinde,

nachdem ich mich im Verein ein wenig rah gemacht habe, möchte ich hier einmal mein aktuelles Winterprojekt vorstellen! Wie auch beim letzten Mal wieder ein "Großmodell".
Dieses Mal handelt es sich um einen Oldtimer. Es ist ein "Pander DB", ein holländicher (Nederlandse Fabriek van Vliegtuigen H. Pander & Zonen), einsitziger Monoplane aus dem Jahr 1924/25. Es ist ein "Eigenbau" nach einem vergrößerten VHT-Bauplan im Massstab ~ 1: 2,7. Von diesem Flieger wurden 11 Stück gebaut. 9 Stück mit einem 3-Zylinder Sternmotor (Anzani) und 2 Stück mit einem 2-Zylinder Boxermotor (Bristol Cherub). Wie auch bei meiner Cessna habe ich versucht, einen Scale-Ausbau hinzukriegen. Strotz der dürftigen Informationen aus dem Internet ist es mir glaube ich, einigermassen gelungen. Die "Scaleprobleme" fangen bei Rundkopfschrauben M2 mit Schlitz (DIN86) an und hört beim Armaturenbrett auf. Schrauben DIN86 werden nicht mehr hergestellt und so musste ich Zylinderkopf-Schlitzschrauben (DIN85) mit Rundköpfen versehen.
Die sehen jetzt aber auch entsprechend "alt" aus. Anlenkungen, Ruderhörner und Fahrwerk müssen alle hergestellt werden, da die Industrie solche Massstäbe nicht anbietet. Dass Dengeln der Motorhaube aus Aluminiumblech hat die Geduld meiner Frau sehr strapaziert, war das Geklopfe doch durchs ganze Haus zu hören! Das Schleifen der Aluminiumoberfläche war wieder nur eine Geduldsarbeit.
Als Motor habe ich einen 85ccm 4-Takt-Motor "ROTO-Motors 85FS" gewählt. Den Schalldämpfer habe ich wieder selber gebauen, da er unter die kleine Haube passen musste.
Ein erster Test mit einer Holzlatte 24x10 hat bei ca. 6000 UPM einen Standschub von 17,5kg gebracht. Bei einem Startgewicht von 18,5 kg ist die Leistung wohl ausreichend. Als normale Lösung werde ich aber ein 25x10 Scalpropeller montieren, was die Drehzahl und den Schalldruck reduziert.
Der Pilot ist riesig, aber beim Engländer erschwinglich. Einige Änderungen habe ich durchführen müssen (z.B.hat die Jack jetzt einen Reißverschluss). Als er ankam sah er aus wie ein Chinese welcher "Gelbsucht" hat. Nachdem er mit etwas Farbe geschminkt wurde, kam sein Aussehen dem eines normalen Mitteleuropäers wieder nahe. Natürlich hat auch dieser Pilot einen beweglichen Steuerknüppel in die Hand bekommen.
Als letzte Kleinigkeit habe ich den Sicherheitsgurt hergestellt. Leider ist im WWW keine Abbildung eines Gurts aus den 20er Jahren zu finden. Ob es meine gewählte Ausführung (Anfang der 30er) schon früher gab, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Auch hier wieder Fummelarbeit an der Bohrmaschine und mit dem Lötkolben bei der Herstellung vom funktionsfähigen Verschluss.
Jetzt suche ich nur noch einen Flugplatz zum einfliegen. Die Startbahn müsste so lang sein, dass ich gefahrlos den Startvorgang beenden kann. Durch den schlechte Hebel liegt der Schwerpunkt bei einer Flächentiefe von 60cm leider 4cm hinter der Vorgabe in den Bauunterlagen. Wenn der Flieger betankt ist, wird er wohl passen, da der Tank vor der Fläche sitz. Weil der "Pander DB" einen Hecksporn hat und die Landung sowieso mit etwas Höhe vonstatten gehen muss, hoffe ich, dass der Schwerpunkt keine Probleme bereitet.
Als Anlage habe ich einige Bilder beigefügt.

Mit Fliegergruß

Günter
Zuletzt geändert von GünterS am 26 Mär 2014 03:51, insgesamt 1-mal geändert.

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Lobsti
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Re: "Pander DB" M 1:2,7, SPW 3m

Beitrag von Lobsti »

Klasse, da bin ich mal auf den Erstflug auf unserem Platz gespannt.
Bild Bild

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Kai
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Re: "Pander DB" M 1:2,7, SPW 3m

Beitrag von Kai »

Geiles Teil Günter,

vielleicht sind die Stockelsdorfer so nett und lassen Dich dort den
Erstflug durchführen.

Baust Du auch Deinen E-Starter ein?
Wäre zwar antiscale aber trotzdem nett und Dein Schwerpunkt dankt es Dir :lol:

Kai

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klaus
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Re: "Pander DB" M 1:2,7, SPW 3m

Beitrag von klaus »

Superprojekt. Die Scale-Probleme und fehlende Unterlagen aus der richtigen Zeit kenne ich vom Schiffbau. Erstflug heißt ja wohl, dass Du schon fertig bist ?
Dann berichte vom ersten Flugerlebnis.
_______________________________________________________________
Was zählt, is auf´m Platz

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GünterS
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Re: "Pander DB" M 1:2,7, SPW 3m

Beitrag von GünterS »

Hallo,

ich habe den Schwerpunkt noch einmal mit einem Programm nachgerechnet. Und siehe da, es scheint nicht mehr so kritisch zu sein wie erst gedacht! Bei einer gemessenen EWD von ca. 3° liegt der errechnete Schwerpunkt bei dem gewählten Clark-Y-Profil bei ca. 210mm (ungefähr das berühmte 1/3 Flächentiefe) und einer Stabilität von 5%. Das Ergebnis wird sicher noch besser, wenn man die Dicke des Flügelquerschnitts sieht. Gerechnet ist der Schwerpunkt mit einem Auftriebsbeiwert ca von 2,2. Dieser liegt bei den langsamen Oldtimern mit so dicken Flächen aber sicher viel höher. Rückenflug ist bei einem solchen Profil nur mit viel Tiefe zu fliegen, wäre aber auch nicht unbedingt scale!
Das Original hat eine Landegeschwindigkeit von 40kmh bei einer Flächenbelastung von 26kg / m² und einem Leistungsgewicht von 80W / kg. Da sind die Flugeigenschaften des Modells mit einer Flächenbelastung von 10,2kg / m² und dem Leistungsgewicht von 205W / kg eher unkritisch (hoffentlich!!!). Die errechnete Geschwindigkeit Vx (bester Steigflugwinkel) liegt bei 9,3m/s (ca. 33kmh). Der Flieger ist also recht langsam zu fliegen.
Anwerfen werde ich per Hand. Meinen Elektrostarter müsste ich sehr modifizieren. Damit alles unter die Haube passt, müsste diese sehr groß werden und der Flieger wäre nicht mehr scale.

Gruß

Günter

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Heiko
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Re: "Pander DB" M 1:2,7, SPW 3m

Beitrag von Heiko »

Toller Flieger Günter !
Da hast Du Dir ein schönes Vorbild ausgesucht
und mit dem Modell ist Dir ein super Nachbau gelungen.
Ich drücke Dir den Daumen für den Erstflug.
Fliegergruß Heiko
Es is' ja wie's is'

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Lobsti
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Re: "Pander DB" M 1:2,7, SPW 3m

Beitrag von Lobsti »

Nun gibt es ein Video in HD Qualität auf Youtube, im MBC Kanal. Dein Schönes Modell Habe ich beim Preetzertreffen aufgenommen. Um die Festigkeit des Modells zu zeigen habe ich die Fahrt ins Gras mit reingenommen.
Bild Bild

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GünterS
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Re: "Pander DB" M 1:2,7, SPW 3m

Beitrag von GünterS »

Hallo,

hier ein kleiner Nachtrag. Nach den ersten Flügen hat sich der Schwerpunk doch als kritisch erwiesen. Er sah im Flug aus, wie ein Hund der den Schwanz einzieht! Bei der Schwerpunktberechnung war ich wohl zu "gutmütig" zu mir selbst. Man ist doch bestrebt die Daten bei der Berechnung in die gewünschte Richtung zu verschieben.
Jetzt hat der Flieger ca. 700 Gramm Blei unter der Haube und der Schwerpunkt ist unkritisch. Er verträgt jetzt (unscale) Loopings als auch Turns und Rückenflug ist auch möglich. Aber an besten sieht es aus, wenn er scale geflogen wird - und dass möglichst langsam! Allerdings muss ich im Landeanflug den Propeller beobachten, da der Flieger zu leise ist.

Mit Fliegergruß

Günter
Landeanflug in Oldesloe 2015
Landeanflug in Oldesloe 2015
Oldeloe 2015 Landeanflug.jpg (69.92 KiB) 4580 mal betrachtet

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GünterS
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Re: "Pander DB" M 1:2,7, SPW 3m

Beitrag von GünterS »

Hallo,

nach dem schmerzlichen "Ableben" meines Pander DB war ein Neubau erforderlich. Anhand eines VHT-Plans habe ich das Modell auf ca. 1:3 hochscaliert und diese Mal versucht, den Flieger noch mehr scale zu bauen.
Dazu gehörte auch ein mit 0,8mm Sperrholz verkleideter Rumpf und eine originale Lackierung. Da die für den Bau erforderlichen Abachi-Leisten nicht zu bekommen waren oder wegen der größeren Längen nur mit Sperrgutzuschlag, habe ich mir einen fast neuen Dickenhobel geleistet, welcher sich allein bei diesem Modell bezahlt gemacht hat.
Die Lackierung war mit meinem vorhandenen Werkzeugen kein Problem.
Das Herstellen der Kennung und anderer Beschriftungen war dann eher schwierig. Weil ich keine Klebebuchstaben und Embleme haben wollte, sondern alles lackiert werden sollte, waren Maskierfolien erforderlich. Anfragen bei entsprechenden Firmen waren eher ernüchternd, da diese nicht nur die Folien bezahlt haben wollten sondern auch für den Entwurf und die Vektorisierung Geld verlangten (nicht wenig).
Dass hat mich bestärkt, mir einen gebrauchten Schneideplotter zu kaufen. Da der Plotter eine Mindestschrifthöhe von 300mm haben sollten und ich ein Tischgerät benötigte, kam nur ein Modell in Frage. Dieses schneidet bis zu einer Schrifthöhe von 330mm x endlos.
Dann habe ich mit der Software "Artcut 2009" meine Schriften und Embleme entworfen.
Schwierig war der Entwurf des Emblems (siehe Foto) mit einer Breite von 100mm und einer Höhe von 50mm.
Erst habe ich eine Zeichnung angefertigt, dann eingescannt, vektorisiert und die Verktoren bearbeitet. Anschließend noch einen gekrümmten Schriftzug angefertigt, unter das Emblem gestezt und alles gruppiert; fertig.
Der Plotter hat dann alles in Windeseile geschnitten. Die Teile entgitter, mit Transferfolie abgedeckt und ab auf Modell.
Die Lackierung mit 2k-Lack war schnell gemacht. Nach ca. 1 Stunde alles ausgepackt und die Maskierfolie abgezogen (sollte passieren, wenn die Farbe noch nicht ausgehärtet ist). Ich bin begeistert vom Ergebnis. Und auch hier hat sich der Kauf des Plotters samt Software bei nur einem Modell amortisiert.
Ab jetzt macht das Beschriften wirklich Spaß, kann ich doch meine Lackierwünsche voll ausleben.

Mit Fliegergruß

Günter
Leitwerk Pander DB
Leitwerk Pander DB

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